MONDSTEIN
Nach der Mondgöttin Selene, die Schlaf und Wandel beschert, wurde der Mondstein einst „Selenitis“ genannt. Man schenkte ihn als fruchtbarkeitsfördernde Hochzeitsgabe der Braut, die ihn in den Saum ihres Nachtgewands einnähte. In Europa war der milchig schimmernde Stein als „Adular“ bekannt, denn er wurde auf dem Gipfel des Adula-Gebirges im Tessin gefunden. Auch wenn die meisten Mondsteine heute aus Brasilien oder Sri Lanka kommen, hat sich das Wort „Adularisieren“ als Bezeichnung für das flächige Lichtspiel erhalten. Die schöne Eigenheit des Mondsteins entsteht durch seine lamellenartige Struktur. Das einfallende Licht wird in den unterschiedlichen Schichten gebrochen und reflektiert – ein Phänomen, das auch für das Lüster anderer „Mondkinder“, der Perlen, verantwortlich ist. Mondsteine können in vielen Farbnuancen auftreten, von bläulich-weiß, schwarzbraun bis pfirsichrot. Im Hinduismus werden sie dem Stirn Chakra zugeordnet. Als „Bindi“ oder drittes Auge zieren sie die Statue der Mondgöttin. Der 1886 erschienene Kriminalroman „Der Monddiamant“, beschrieb den Diebstahl eines solchen Steines und machte den geheimnisvollen Edelstein in Europa bekannt. In den floralen Schmuckstücken des Jugendstils fand er seine Blütezeit. Der Mondstein soll Menschen dazu verhelfen, lange ihre Jugendlichkeit bewahren. Er ist der Stein der Liebenden und des Monats Juni. In Wasser gelegt schenkt er geruhsamen Schlaf. Er stimuliert die Zirbeldrüse, lindert Frauenleiden und Mondsucht.
FERIENHÄUSER